DSC01367„Paderborn 2013 reloaded“ – unter dieses Motto, wollte ich den Bericht stellen. Zehn Minuten vor Ende der Partie in der „Benteler-Arena“ hatte ich schon die Eckpfeiler für diesen Artikel im Kopf. Man konnte schon nach achtzig gespielten Minuten einige Parallelen zu unserem Gastauftritt im April diesen Jahres ziehen. Eine mäßige Leistung auf dem Platz und dennoch in Führung, ganz angenehmes Wetter, wieder einmal eine super Unterstützung der „Schlosserjungs“ von den Rängen für ihr Team und der gleiche Platz für unseren Gockel am Geländer.

Doch mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag, machte Sören Brandy mir einen Strich durch die Rechnung. Mit diesem Treffer war die Partie entschieden und ein Ende wie vor knapp einem halben Jahr ausgeschlossen. Logischerweise war ich darüber nicht traurig, denn was schmeckt bessere als ein Sieg unseres geliebten Vereins? Die Gedanken im Kopf neu geordnet und die Uhr auf null gestellt …

S-Bahnhof Schönefeld Samstagmorgen. Ein für unsere Reisegruppe völlig neues Gesicht besteigt das „Gockelmobil“.  Freitagmittag erreichte mich ein Hilfeschrei eines Unionultras: „…. unser Trommler muß nach Paderborn“-  Klar wir helfen. „Kernchen“, ist also der nette Typ, der im Block den Takt vorgibt. Da uns auch das Kresschen nach Monaten mal wieder auswärts begleitete, ging uns trotz Stau auf der Autobahn der Gesprächsstoff nicht aus.

Wer viel reist, der erlebt auch viel. Ich hatte im Ingolstadt Bericht die Begriffe „Kindergarten“ und „Kirmes“ erwähnt. Heute wurde aber alles an Peinlichkeiten übertroffen. Die „Volksbank-Tribüne“ präsentierte heute eine Choreografie. Nach spätererem Betrachten einiger Fotos wurde auch ein „Sinn“  hinter der schlecht gemachten Präsentation erkennbar.  Nein, nicht das Vereinswappen oder die Silhouette von Paderborn sollten erkennbar sein – nein das Volksbank Logo war abgebildet. Jeder  Besucher dieser Tribüne bekam noch ein Fähnchen mit einem V und fertig war das Kunstwerk. – Peinlich, Peinlich.

Kein Wunder, daß die wirklichen Paderborner Fans die Unterstützung für ihr Team heute verweigerten. Auch die erste Torchance durch Wemmer nach sieben Minuten konnte ihre Laune nicht heben. Der Spielverlauf, ähnlich wie beim letzten Auswärtsspiel in Ingolstadt. Der Gastgeber dominant, die Hauptstädter, um es charmant auszudrücken – eher zurückhaltend. Kurz vor dem Seitenwechsel brachte der Ex- Paderborner Brandy die Gäste in Führung. Es war die erste Chance, bzw. Torschuss für den 1. Fc Union.

Eine Schrecksekunde kurz nach Wiederbeginn. Der eingewechselte Saglik erzielte den vermeintlichen Ausgleich. Schiedsrichter Fritz entschied aber auf Stürmerfoul und verweigerte dem Treffer zu Recht die Anerkennung. Im Verlaufe der zweiten Halbzeit wurden die Köpenicker immer sicherer und verwalteten den Vorsprung souverän, ohne aber selbst torgefährlich zu werden.  Mit dem bereits angesprochen Brandy-Treffer, war das Match entschieden. Das der Thorsten seine Freistoßkünste nicht verlernt hat, bewies er kurz vor Schluss mit dem dritten Treffer. Die meisten der 7.150 Zuschauer sahen das Tor schon nicht mehr, weil viele der Ostwestfalen schon den Heimweg angetreten haben.

Drei Chancen, drei Tore, gnadenlos effektiv. Erster Sieg in Paderborn überhaupt und dabei war es eine weit weniger überzeugende Leistung, als es das Ergebnis vermuten lässt. Ist mir aber auch egal, so spielt dann wohl ein Spitzenteam. Auswärts sind wir eine Macht, wenn nur nicht die „verdammte“ Heimschwäche wäre.