Die Jubelarien waren kaum verstummt,  die letzten Besucher durchquerten den Köpenicker Forst Richtung Abseitsfalle oder dem Bahnhof Köpenick, da geisterte durch diversen sozialen Netzwerken ein Foto. Über dem Konterfei eines rücklings in der Luft liegenden Sebastian Polter die Frage – Wer ist eigentlich Zlatan?

Wer ist eigentlich Zlatan ? Für mich ganz klar der beste Fußballer der vergangenen  Dekade. Es ist kein Geheimnis, das ich ihn gerne mal im Trikot des 1. FC Union hätte spielen sehen . Wunschdenken und seit gestern auch unnötig. Wir haben nach langer , langer Zeit unseren Polti wieder.

Der Sommer ist vorbei und der Herbst kündigt sich mit Sturm und Regen an und dennoch gute Laune bei mir. Englische Woche, ein Flutlichtspiel und mit dem KSV Holstein ein durchaus interessanter Gegner und ich durfte  oder konnte nach drei verpassten Spielen (!!!!!!) wieder live dabei sein.

In den ersten zwanzig Minuten ging es sowohl  auf den Rängen, als auch auf dem Platz eher ruhig und gemächlich zu. Einerseits war für den Anfang des Spieles ein Stimmungsboykott der aktiven Fanszenen deutschlandweit angekündigt, anderseits lief es spielerisch wie in den vergangenen Partien eher schleppend.

Die Fangruppen beider Lager zündeten dann pünktlich ein Stimmungsfeuerwerk und verwandelten die Alte Försterei innerhalb kürzester Zeit in ein Tollhaus. Dies übertrug sich leider nicht ganz auf das Spielfeld und so blieb vieles, was dort unten vorgetragen wurde nur Stückwerk. Die Störche aus dem Norden waren das etwas bessere Team und versäumten es die Führung zu erzielen. Torlos ging es in die Kabinen.

Die Null muss hinten stehen hat mal ein großer Schalker Trainer gepredigt und tatsächlich hat man diese Saison das Gefühl, das die Abwehr  ihren Namen  gerecht wird. Mit der Hoffnung , das vorne immer Einer geht machten wir uns Mut für den zweiten Durchgang.  Das Spiel nach vorne blieb leider mangelhaft, Andersson rieb sich auf was auch an der fehlenden Unterstützung aus dem Mittelfeld lag. Einzig Gogia der etwas Bewegung und Gefährlichkeit brachte, sich aber auch öfter festlief. Die Kieler ballsicher ließen aber  das letzte Risiko vermissen und schienen mit diesem Punkt nicht unzufrieden zu sein.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zu Letzt und nach 74 Minuten erst recht. Da nämlich, wurde kurz vor dem ausführen eines Eckballs Sebastian Polter nach siebenmonatiger Verletzungspause eingewechselt. Donnernder Applaus, der Lärmpegel noch etwas höher als sonst, die Hände zum Gebet gefaltet und die Blicke in dem Abendhimmel gerichtet. Der Fußballgott wurde beschworen! Doch leider spielte der Gästetorwart Kronholm nicht mit und konnte den Kopfball vom gerade gefeierten Einwechsler parieren.

Unverkennbar war aber ,das mit Polter der Schwung und auch der Glaube zurückkam. Und erinnert an den Doppelschlag von Man United anno 1999 im Champions League Finale feierten wir am Ende den glücklichen Sieg. Am ersten Treffer von Prömel noch maßgeblich beteiligt erzielte unser “ Wuhle-Zlatan“ den zweiten höchstpersönlich.